Beiträge zur Kulturgeschichte der Spielkreisel

Der Kreisel fasziniert die Menschen in aller Welt seit jeher. Nicht nur die Kinder spielen immer wieder gerne damit, auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen beschäftigen sich mit dem Kreisel:  
Die Vergleichende Kulturwissenschaft oder Volkskunde befasst sich viel mit Kinderspielen, in der Ethnologie kommen sie vor, in der Linguistik gibt es Untersuchungen zu den zahlreichen Namen des Kreisels, Pädagogen haben sich mit seiner Bedeutung für die Erziehung oder den Schulunterricht beschäftigt, Theologen und Philosophen haben ihn für Vergleiche herangezogen und in der Literatur sind sie ein Thema.
Grund genug, die Geschichte, Nutzung und Bedeutung der Kreisel genauer zu erforschen. Hier ein kleiner Einblick in die Arbeiten des Instituts für Kreiselforschung:

Die neusten Beiträge


  • Kreisel, Leben, Herz und Hirsch

    Während der Peitschenkreisel in der Emblem-Literatur als Bild für den Menschen gebraucht wurde, der ohne die Schläge des Schicksals faul und gottlos wird, dient der Wurfkreisel als Anlass, über Leben und Tod nachzudenken. 


  • Tippe Top 

    Der Tippe Top (Stehauf-Kreisel oder Wendekreisel) ist nicht nur ein beliebtes Spielzeug, sondern hat auch immer wieder die Physiker fasziniert.


  • Gottes Peitsche

    Die Emblem-Literatur war in den Niederlanden im 17. Jahrhundert besonders beliebt. Mit einem Motto, einem Bild und einem Sinngedicht versuchten die Autoren, insbesondere ethisch-moralische Ansichten zu verbreiten. Dabei werden der Kreisel und Peitsche als Symbol benutzt, um dem Unglück einen Sinn zu geben und die Menschen zu gottesfürchtigen Verhalten anzuhalten: „Ohne Schläge des Schicksals wird…


  • lebendig – tanzend – schlafend – tot 

    Wenn ein Kreisel in Bewegung gesetzt wird, wird aus den einfachen Stück Holz etwas Anderes, etwas Lebendiges, Tanzendes, gar ein Wundertier: „aber was für ein ganz anderer Gegenstand ist er, wenn er tanzt!“


  • Kreisel, Kräusel, Kruisel, Küsel

    Heißt der Kreisel Kreisel, weil er sich im Kreis dreht? Diese naheliegende Erklärung hat zwar etwas mit dem Namen zu tun, aber der Ursprung ist ein anderer. Eine ältere Bezeichung ist Krüsel oder Kräusel, was eher mit kraus und kräuseln zu tun hat.


  • Für den Körper wohltätig

    Pädagogen haben sich immer wieder mit dem Kreisel beschäftigt und den Wert dieses Spielzeugs für die körperliche Bewegung und die Bildung des Charakters hervorgehoben.


  • Philosophie

    Die Philosophen haben immer sich immer wieder mit dem Kreisel beschäftigt und ihn zu Vergleichen herangezogen. Dabei interessiert sie besonders der Zustand des Kreisels, in dem er sich so schnell dreht, dass er stillzustehen scheint.


  • Heilige

    Der Kreisel wird auch im Zusammenhang mit einigen Heiligen erwähnt.


  • Jungen- oder Mädchenspielzeug

    Der Kreisel wird gewöhnlich als „Knabenspielzeug“ bezeichnet, aber spielten wirklich nur Jungen damit oder war das Spielzeug nicht auch bei Mädchen beliebt? Die historischen Quellen geben ein verwirrendes Bild, …


  • Künstlich Intelligente Übersetzung

    Der englische Ausdruck für Kreisel „spinning top“ stellt die Übersetzungsprogramme immer wieder vor Probleme, da das Wort „top“ so viele unterschiedliche Bedeutungen hat. 2003 meinte Altavista Babelfish, „Spinnenoberseite“ oder „spinnende Oberseite“ sei die richtige Übersetzung. Hier die Seite snurrebassen des Kreiselsammles Knut Hegna: Seitdem ebay angefangen hat, ausländische Angebote ungefragt ins Deutsche zu übersetzen, ist…


  • Ein Frühjahrsspiel?

    Das Kreiselspiel war in vielen Kulturen an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Für Mitteleuropa, wo hauptsächlich der Peitschenkreisel gespielt wurde, war es das Frühjahr: Die ersten Spiele, daran sich die Knaben am Beginn des Frühlings erfreuen, sind das Kreiselschlagen und das Schussern. Mit größter Sicherheit tritt er im Frühjahr in unseren Städten auf. Keinerlei Verabredung findet…


  • Die Gräfin Alberade und das Kreiselunglück

    Oder: Wie Einer von dem Anderen abschreibt Immer wieder findet sich in der volkskundlichen Literatur der Hinweis, dass das Benediktinerstift Banz im Fränkischen Banzgau von der Gräfin Alberade gegründet wurde, nachdem ihr Sohn, auf dem gefrorenen Main den Kreisel treibend, ertrunken sei.  Diese Begebenheit wird zitiert u. a. von Endrei (1986), Henk (1944), Wehrhan (1909) und Boesch (1900),…